Gesunde Ernährung: Wohlbefinden des Darms

Für die Schulmedizin ist der Darm ein zweites Gehirn. Seine Funktionsweisen sind vielfältig und seine unterschiedlichsten Wirkungsweisen auf unseren Organismus noch längst nicht entdeckt. Es verwundert daher wenig, dass in der Volksheilkunde und in der traditionellen Medizin der Darm als Quell des Wohlbefindens erachtet wird. Im asiatischen Raum wird er gar als unser Energiezentrum und als Ursprung unserer psychischen Stärke angesehen. Gastroenterologen in den USA und in Deutschland beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema Darm und seinem Einfluss auf unser Wohlbefinden. Erste Ergebnisse dieser Studien sorgen für Erstaunen, denn sie beweisen, dass Darm und Psyche eng beisammen sind. Damit nimmt die Ernährung einen Einfluss auf unsere Emotionen.

Volksleiden treiben Studien voran

Nahrungsunverträglichkeiten, Reizdarm, Depressionen. Es sind inzwischen Volkskrankheiten, deren Anzahl an Betroffenen stetig zunimmt. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen oft im Darm. Bei den Lebensmittelallergien und Reizdarm mag dies noch einleuchten, aber wieso gibt es einen Bezug zu Depressionen? Nach Studien der University of California in Los Angeles scheint es einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der persönlichen Stimmungslage zu geben. Insbesondere stark industriell verarbeitete Nahrungsmittel würden Depressionen provozieren können. Dies könne sich in den Darmbakterien begründen, denn welche Bakterien in den Innereien aktiv werden, hängt mit den verzehrten Lebensmitteln zusammen. Umso natürlicher ein Nahrungsmittel ist, desto besser. Beachtenswert ist hierbei, dass die Forscher betonen, dass bestimmte Ernährungsformen keine psychischen Erkrankungen direkt verursachen können. Sie können allerdings die Anfälligkeit dafür erhöhen. Deswegen sei es besonders wichtig, Kinder gesund und gehaltvoll zu ernähren. In den ersten 15 Lebensjahren bildet sich das menschliche Gehirn aus. Im Bauch des Kindes siedeln sich in der Zeit bestimmte Mikrobenstämme an, die das heranreifende Immunsystem trainieren. Dadurch nehmen sie einen Einfluss auf die Gehirnentwicklung.

Was ist gut für den Darm?

An diese ersten Studienergebnisse schließt sich die Frage an, was gut für den Darm ist. Grundsätzlich sind Lebensmittel empfehlenswert, die die Verdauung optimieren. Welche dies sind, hängt von der individuellen Darmgesundheit, etwaigen Verdauungsbeschwerden und eventuell vorhanden Nahrungsunverträglichkeiten ab. Mindestens zwei von den folgenden Kriterien sollte ein Nahrungsmittel jedoch erfüllen, um gut für den Darm zu sein:

  • Ist reich an hochwertigen Ballaststoffen, die löslich sind.
  • Kann Giftstoffe im Darm anziehen und so über den Stuhlgang aus dem Körper leiten.
  • Agiert wie eine Art Gel, um die Darmschleimhaut auszukleiden und so ein Abheilen der Schleimhaut zu erlauben.
  • Besitzt eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Regt bei Verstopfung die Verdauung an.
  • Erhöht bei Durchfall das Stuhlvolumen. 
  • Ist ein Nahrungsmittellieferant für Prebiotika. 
  • Liefert der Darmschleimhaut Energie für eine verbesserte Erholung.

Darmgesundheit durch Haferkleie

Ein wertvolles Lebensmittel für die Darmgesundheit ist die altbekannte Haferkleie, die sich mit Früchten und Nüssen zu einem schmackhaften Müsli zubereiten lässt. Sie ist reich an dem Ballaststoff Beta-Glucan. Beta-Glucane können Darmbewegungen anregen und das Stuhlvolumen erhöhen. Darüber hinaus dienen sie den Dickdarmbakterien als Energiequelle. Der Erhalt einer natürlichen Darmflora lässt sich mit dem Ballaststoff direkt fördern. Hierbei sollte zudem nicht vergessen werden, dass Beta-Glucan das Immunsystem aktivieren kann. Seine entzündungshemmende Wirkung kann einen positiven Einfluss auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen haben. Im Unterschied zu anderen Getreidearten weist Hafer außerdem einen hohen Fettanteil auf, der sehr wertvoll fürs Wohlbefinden ist und einem Abnehmen mit Haferkleie nicht entgegensteht. Bei drei Vierteln des Fetts handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die ernährungsphysiologisch überaus hochwertig sind. Sie können den Cholesterinspiegel im Blut reduzieren und eine schöne Haut fördern. Mit all diesen Eigenschaften kann Haferkleie als Müsli, Porridge oder Smoothie einen hilfreichen Beitrag zu Darmgesundheit und damit unserem Wohlbefinden leisten.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.