Das essen wir übermorgen – Zukunftstrends in puncto Ernährung

Der Großkonzern Nestlé hat kürzlich eine Studie zum Thema »Ernährungstrends 2030« durchgeführt. Mag das Unternehmen an sich auch umstritten sein, die Studie hat so manche interessante Entwicklung aufgezeigt. Große Überraschungen gibt es nicht, aber eines wird deutlich: Die derzeitigen Ernährungstrends verschärfen sich noch und sind im Grunde viel mehr als nur ein Trend. Sie sind das Ergebnis von einer erhöhten Achtsamkeit bezüglich des eigenen Körpers und der Umwelt, in der wir leben. So ist vor allem eine gesundheitsbewusste und ressourcenschonende Ernährung abzusehen. Über die Hälfte aller Studienteilnehmer stellen sich so die Ernährungsweise der Zukunft vor. Dies beträfe beispielsweise die Nutzung von Algen sowie Insekten als Proteinlieferanten und In-vitro-Fleisch.

Ernährung: Spiegel der persönlichen Werte und der Weltanschauung

Eine Ernährungsumstellung ist bereits im vollen Gange und wird sich vermutlich weiter zuspitzen. Was und wie wir essen, soll künftig der Spiegel der eigenen Werte sein. Was im Mund landet, ist Ausdruck des Lebensstils. Ein umfangreiches Wissen über Nahrungsmittel zu besitzen, wird damit zu einem Statussymbol. Menschen treffen sich in Food-Communities und tauschen sich über Nahrungsmittel intensiv aus. Es geht vor allem darum, woher die Lebensmittel kommen und wie sie weiterverarbeitet wurden. Dadurch soll nicht nur eine ressourcenschonende Ernährung bewusst anvisiert werden, sondern auch der Nährstoffgehalt der Produkte soll so garantiert werden. Dies liegt unter anderem an einem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Bürger. Zum anderen wird die Gesundheit teurer. Präventivmaßnahmen rücken somit in den Fokus, um einschlägige Volkskrankheiten und individuelle Leiden aufgrund von genetischen Dispositionen zu vermeiden. Die Konsequenz aus diesem Handeln ist eine stark personalisierte Ernährungsumstellung. Dabei wird dem Motto gefolgt: »Die Beschaffenheit meines Organismus entscheidet, was ich esse.« Das wiederum führt zu verstärkten Serviceleistungen auf individualisierter Basis, Ernährungs-Apps, Gesundheitsarmbändern und vielem mehr.

Einfach, schmackhaft und trotzdem hochwertig

Menschen werden in Deutschland künftig noch älter werden. Sie und die arbeitende Bevölkerung wünschen sich nach den Studienergebnissen eine Leistungssteigerung durch Ernährung. Gleichzeitig soll das Essen schnell gehen und verfügbar sein. Aufgrund des erhöhten Gesundheitsbewusstseins erfolgt allerdings nicht der Griff zum klassischen Fastfood. Stattdessen rücken Powerriegel, nahrhafte Fertiggerichte und auch Müslis mit wertvollen Zutaten wie Haferkleie in den Vordergrund. Sie sind daheim und im Büro rasch zubereitet, ohne dass der Verbraucher auf einen hohen Nährstoffgehalt verzichten muss. Dennoch darf der Punkt »Genuss« nicht zu kurz kommen. Apps und Berater in Supermärkten sollen nach Angaben von Nestlé zukünftig dabei helfen, erstklassige Zutaten leicht und schmackhaft zu delikaten Speisen werden zu lassen. Gleichzeitig wird die Grundversorgung an Nahrungsmitteln jedoch online erfolgen, denn Zeit bleibt ein kostbares Gut. Der künftige Verbraucher wird davon besonders wenig besitzen, um den steigenden Alltagsanforderungen nachzukommen.

Die Küche hat nicht ausgedient – im Gegenteil

2030 wird es weiterhin die Küche daheim geben, aber sie wird im städtischen Raum kleiner sein. Dies begründet sich nach der Studie von Nestlé in den ansteigenden Wohnpreisen, weswegen die Küche vor allem praktisch und kompakt sein soll. In ihr werden vornehmlich simple, gesundheitsfördernde und schmackhafte Gerichte zubereitet. Typisch für diesen Entwicklungstrend wäre ein Porridge aus Haferkleie und Milch oder Wasser, der mit Nüssen, Zimt, Vanille und Früchten aufgepeppt wird. Parallel dazu sollen große Küchen in der Nachbarschaft vorhanden sein, in denen sich für ein gemeinsames Kochen getroffen wird.

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